Jahrgang 1951/52 · Führung durch das „gräfliche Saffig“ begeisterte

Auf Anfrage des Saffiger Jahrgangs 1951/52 gestaltete der Geschichtsverein Saffig eine Führung durch den alten Ortskern der Gemeinde. Schwerpunkt war hierbei die Zeit der Grafen von der Leyen die vom 15. – 18. Jahrhundert das Ortsbild maßgeblich prägten.

Pascal Nachtsheim und Michael Reuter (Bild links) führten den Jahrgang 51/52 durch 300 Jahre bewegte Saffiger Geschichte. Dabei durfte selbstverständlich ein Besuch in der Barockkirche nicht fehlen.

Pascal Nachtsheim und Michael Reuter (Bild links) führten den Jahrgang 51/52 durch 300 Jahre bewegte Saffiger Geschichte. Dabei durfte selbstverständlich ein Besuch in der Barockkirche nicht fehlen.

„Die gräfliche Familie verweilte oft und gerne auf ihrem Saffiger Besitztum. Sie besaß dort ein Schloß, Pavillons mit Lustgärten und –wäldchen. Das Schloß stand höchstwahrscheinlich parallel zur heutigen Hauptstraße auf dem Gelände des neuen Kirchenanbaus“, berichtete der Vorsitzender des Geschichtsvereins Pascal Nachtsheim den Teilnehmern. „Durch die Auswirkungen der Französischen Revolution und den Untergang des Alten Reiches, verloren auch die von der Leyen ihre Besitztümer und mit den Wirren der Zeit verfiel das Schloß und wurde letztlich Mitte des 19. Jahrhunderts ganz abgebrochen.“ Reste der herrschaftlichen Gebäude lassen sich dennoch in Saffig ausfindig machen. So ließ das Grafengeschlecht in Saffig die von Balthasar Neumann entworfene Barockkirche errichten. Außerdem finden sich im Park der Barmherzigen Brüder mit den Pavillonbauten und dem sehr alten Baumbestand noch weitere Zeitzeugen dieser Epoche. Auch einige Gebäude wie das alte Pfarrhaus oder die ehemalige Kalt’sche Mühle wurden in gräflicher Zeit erbaut. Eine thematische Führung durch die Barockkirche, in der sich noch einige Hinterlassenschaften der Grafen befinden, durfte daher ebenfalls nicht fehlen.

Geschichtsvereins-Geschäftsführer Michael Reuter informierte anschließend über das jüdische Leben in Saffig und führte die Gruppe zur Synagoge. „Zwar liegen die Anfänge des jüdischen Lebens in Saffig mangels tiefergehender Forschungen noch im Dunkeln, aber es ist anzunehmen, dass sich Menschen mosaischen Glaubens aufgrund des Fachkräftebedarfs der jeweiligen Grundherren hier ansiedelten, beziehungsweise von ihnen gezielt angeworben wurden“, erklärte Reuter. „Der Adel nutzte die guten Kenntnisse der Juden im Finanzwesen und so können wir davon ausgehen, dass die gräfliche Familie ebenfalls entsprechendes Fachpersonal benötigte.“ Mit der Erläuterung der liturgischen Gegenstände in der Synagoge endete der kurzweilige Nachmittag.

Personen die Interesse an eine Führung haben, können sich gerne beim Geschichtsverein Saffig melden.

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